ChatGPT, Gemini, Perplexity & Claude: Wie sich die KI-Empfehlungen unterscheiden
Kurz gesagt
Die vier großen Assistenten kommen bei derselben Frage regelmäßig zu unterschiedlichen Empfehlungen, weil sie unterschiedlich an ihre Informationen gelangen. Perplexity und die Suchfunktionen von ChatGPT rufen live Webseiten ab und nennen Quellen; Claude und Gemini antworten stärker aus dem Trainingswissen und bevorzugen dabei etablierte, mehrfach belegte Angaben. Praktisch heißt das: Wer nur bei einem Assistenten sichtbar ist, hat meist ein Quellen- und kein Textproblem.
Ihre Kunden nutzen nicht alle denselben KI-Assistenten. Die eine fragt ChatGPT, der andere tippt seine Frage bei Google ein und liest die KI-Übersicht, ein dritter schwört auf Perplexity. Wer nur in einem System sichtbar ist, verpasst die anderen. Und das ist relevant, denn die vier großen Assistenten wählen ihre Empfehlungen nicht nach derselben Logik aus.
Die gute Nachricht vorweg: Die Grundlagen, die Sie empfehlbar machen, sind über alle Systeme hinweg ähnlich. Die Unterschiede liegen im Detail, und es lohnt sich, sie zu kennen.
ChatGPT (OpenAI)
ChatGPT hat die mit Abstand größte Reichweite und ist für viele der Einstieg in die KI-Suche. Für aktuelle Fragen greift es auf eine integrierte Websuche zu. In der Praxis empfiehlt ChatGPT bevorzugt Anbieter, die klar als Entität erkennbar und in mehreren unabhängigen Quellen vertreten sind. Wer nur auf der eigenen Website gut aussieht, sonst aber kaum Spuren hinterlässt, hat es schwerer.
Google Gemini
Gemini und die KI-Übersichten in der Google-Suche sind eng mit dem Google-Ökosystem verzahnt: Suchindex, Maps und das Google-Unternehmensprofil. Für lokale Fragen sind ein gepflegtes Unternehmensprofil, konsistente Firmendaten und Bewertungen bei Google deshalb besonders wirksam. Wer lokal gefunden werden will, findet hier oft den größten Hebel.
Perplexity
Perplexity versteht sich als „Antwortmaschine“ und zeigt seine Quellen offen an, jede Empfehlung ist mit den Seiten verlinkt, auf die sie sich stützt. Das macht Perplexity doppelt nützlich: als Kanal und als Diagnose-Werkzeug. Fragen Sie Perplexity nach den besten Anbietern Ihrer Branche, sehen Sie schwarz auf weiß, welche Quellen zählen, und ob Sie darin vorkommen. Wer in den zitierten Quellen fehlt, wird hier nicht genannt.
Claude (Anthropic)
Claude ist stark im sorgfältigen Abwägen und formuliert Empfehlungen oft vorsichtiger und begründeter. Auch Claude kann für aktuelle Fragen im Web recherchieren. Für Ihre Sichtbarkeit gilt dasselbe Muster: eine klare Faktenlage, nachvollziehbare Belege und eine konsistente Präsenz über mehrere Quellen erhöhen die Chance, genannt zu werden.
Was allen gemeinsam ist
So unterschiedlich die Systeme im Detail sind, der gemeinsame Nenner ist bemerkenswert stabil. Empfohlen wird über alle Assistenten hinweg, wer die gleichen Grundlagen erfüllt:
- Eine klare Entität: Die Website sagt eindeutig, wer Sie sind, was Sie anbieten und für welches Gebiet.
- Strukturierte Daten: Schema.org macht Ihre Fakten maschinenlesbar.
- Antwortstruktur: Inhalte, die konkrete Kundenfragen direkt beantworten (z. B. eine FAQ).
- Gute Quellenlage: Präsenz in den Verzeichnissen, Portalen und Medien, denen die Systeme vertrauen.
- Aktuelle Bewertungen: substanzielle, frische Rezensionen als Vertrauensbeleg.
Was das für Ihre Strategie bedeutet
Die Konsequenz ist erfreulich pragmatisch: Optimieren Sie nicht für ein einzelnes System, sondern bauen Sie die gemeinsamen Grundlagen sauber auf, damit decken Sie alle vier gleichzeitig ab. Ergänzend lohnt es sich, die Systeme mit lokalem Bezug (Gemini) und offener Quellenanzeige (Perplexity) gezielt zu nutzen, weil sie am schnellsten Aufschluss geben.
Wichtig ist, über alle Systeme hinweg zu messen statt nur dort zu schauen, wo man zufällig schon genannt wird. Genau dafür befragt ein GEO-Audit mehrere Assistenten parallel, und zeigt, in welchem System Sie stark sind und wo noch Luft ist.